Entscheidung

Worms - Pfiffligheim | Neubau Kindertagesstätte

nichtoffener Wettbewerb mit offenem, vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Ausgelobte Summe: 45.000 € (brutto) inkl. Material und Honorar

Anlass und Ziel:
Im Namen der Stadt Worms lobte die Stadtverwaltung Worms vertreten durch den Oberbürgermeister Herrn Adolf Kessel und betreut durch die Stadtverwaltung Worms, Bereich 6 – Planen und Bauen, Abteilung 6.5 Hochbau einen Wettbewerb unter Künstlern aus, um Gestaltungsvorschläge für den Neubau einer Kindertagesstätte mit 4 Gruppen in Worms-Pfiffligheim zu erhalten.

Verfahren:
Der Wettbewerb war als Realisierungswettbewerb mit offenem vorgeschaltetem Bewerberverfahren ausgeschrieben.

Eingeladene Künstlerinnen und Künstler:
Für die zweite Phase wurden eingeladen:
Olga Golos, München / Christoph Hildebrand, Essen / Gerd Friedrich, Lonsheim / inges idee, Berlin / Ricarda Mieth, Berlin / Regina Kochs, Köln

Wettbewerbsaufgabe (Auszug):
Als Standort für Kunst-am-Bau (z.B. Skulptur, Objekte oder dergleichen) sind die gekennzeichneten Brüstungsbereiche „Südansicht - Alzeyer Strasse und Westansicht – Am Kochenberg“ vorgesehen. Die gekennzeichneten Bereiche sollen eine künstlerische Ausgestaltung erfahren, die inhaltlich eine Beziehung zum Gebäudezweck aufnehmen. Diese sollte indentitätsfördernd und in spielerischer Form erfolgen; mutig / farbig / bunt.

Entscheidung Preisgericht:
Die Entscheidung fiel im zweiten wertenden Durchgang des Preisgerichts.

Begründung der Jury (Auszug):
Das Kunstwerk "Farbenspiel Lichtinstallation" überzeugt durch seine ästhetische, konzeptionelle und architektonische An- und Einbindung in das Bauensemble. Es handelt sich nach Auffassung des Preisrichtergremiums um eine wirkungsvolle und doch zurückhaltende künstlerische Ergänzung mit Signalcharakter und Wiedererkennungswert, die nicht auf vordergründige Effekte setzt. 
Die künstlerische Konzeption ist stimmig und konsequent mit Blick auf die Idee der Kita als "Noahs Arche" (Symbolik des Regenbogens) sowie im Hinblick auf die Funktion des Gebäudes. Sogar die farbliche Zuordnung der vier Kita-Gruppen hat auf einfallsreiche Weise Beachtung gefunden. Die Arbeit wirkt ansprechend für Kinder, Mitarbeiter/-innen und Besucher gleichermaßen und ihr Symbolgehalt ist über den christlichen Kontext hinaus als positives Zeichen offen für Deutungen im Sinne von Individuum und Gemeinschaft, Himmel und Erde sowie Licht und Farbe. Das Werk entfaltet seine Anziehungskraft bereits als farbiges plastisches Objekt und vermag seine "Ausstrahlung" zusätzlich zu steigern durch die zeitweise Aktivierung der buntleuchtenden Regenbogenfarben als "Lichtdusche". Auch die beigefügten Erläuterungen erweisen die künstlerische, poetisch anmutende Idee als gleichermaßen stringent, reflektiert und praxistauglich.

Konzeptidee von Künstlerin Regina Kochs:
Die ganze Kita ist Schiff, ist Arche für die Kinder und bietet Sicherheit im geschützten Raum. Sie steht unter dem Schutz des Regenbogens. In dessen Farben legt sich bunt und strahlend das Farbenspiel als „Fender“ über die „Reling“. 

Umsetzung der Idee:    
Über Noahs Arche lässt Gott hoffnungsvoll einen Regenbogen leuchten, als Versprechen des Bundes zwischen ihm und allen Menschen. Die Vielfalt der Regenbogenfarben, in Verbindung mit der um-schließenden und alles einbeziehenden Kreisform, ist Bild für Vielfalt und Inklusion in der Kita. 
Form: Aus vielen Teilen wird ein Ganzes. Eine Vielzahl von einzelnen Kugeln verbindet sich zu einem Ring. Dieser ist Zeichen für Ganzheit, inklusive Einbeziehung und Einschließung.    
Position: Wie selbstverständlich legt sich der Ring über die Brüstung. Die schräge Stellung verstärkt diesen Eindruck der Leichtigkeit. Er kippt förmlich auf eine Seite und weist durch seine Lage auf den Eingang hin. Er ragt ein Stück in den Straßenraum und markiert so markant das Gebäude.     

Farbigkeit: Der Ring verbindet die Vielzahl der Regenbogenfarben und ihrer Farbabstufungen mit-einander. Einzeln ablesbar und doch fest miteinander verbunden. Der Ausschnitt des Kreises ist so gewählt, dass er die Farben der vier Kitagruppen mit seinen Abstufungen im Vordergrund zeigt. Die ergänzenden Farben aus Orange bis Rot liegen oben auf und hinter der Brüstung.     
Leuchtwirkung: Um für die Kinder, trotz der räumlichen Höhe, einen fast greifbaren Bezug zur Kunst zu ermöglichen, ist farbiges Licht parallel zur Fassade auf den Gehweg gerichtet. Farbige Lichtpunkte auf dem Boden begleiten den Weg der Kindergartenkinder. So ist auch bei dunkler Jahreszeit die Wahrnehmung der Kunst ausdrucksstark wirksam.

Material/Konstruktion: 
Ausführung des „Fender" mit Kugeln im Durchmesser von 300 mm, 17 Stück, davon 10 Richtung Gehweg und Wand mit Power LED in RGB Farben programmierbar beleuchtet. Die Kugeln sind statisch aufgereiht und an einer Rohrkonstruktion befestigt. Rohr Durchmesser: 50 mm, einem vorgegebenen Radius folgend, ausgehend von der Dachterrasse/Flachdach. Die Kugeln sind farbig pulverbeschichtet. Die gesamte Konstruktion ist aus Edelstahl, mit Grundplatte, Dicke 15,00 mm, die an der Decke oder Brüstung befestigt ist.
 

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