Entscheidung
Mainz | Bürgerhaus und Kita Lerchenberg
Anlass und Ziel:
Die Landeshauptstadt Mainz ruft Künstlerinnen und Künstler und Künstlerinnengemeinschaften und Künstlergemeinschaften auf am offenen Bewerbungsverfahren im Rahmen des daran anschließenden nichtoffenen Wettbewerbs für die künstlerische Ausgestaltung des Bürgerhauses und der Kita Lerchenberg teilzunehmen.
Verfahren:
Nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem offenen Bewerberverfahren
Eingeladene Künstlerinnen und Künstler:
Inges Idee
Matthias Lehmann
Peter Rösel
Malte Bartsch
Andreas Feist
Birgit Schuh
Kevin Lüdicke
Frank Bölter
Wettbewerbsaufgabe (Auszug):
Für die Kunst am Bau vorgesehen ist eine Fläche von 3x3 Metern auf dem Vorplatz des Bürgerhauses Lerchenberg, der direkt an den Gehweg grenzt. Gewünscht ist eine freistehende Plastik, die die gesamte oder nur einen Teil der Fläche bespielt. Materialien und Art der Arbeit sind freigestellt. Es kann sich um eine interaktive, eine statische- oder auch um eine Licht-Arbeit handeln. Zu beachten sind jedoch die Unfallverhütung und die Vandalismus-Prävention an diesem relativ stark frequentierten und öffentlich
zugänglichen Ort.
Entscheidung Preisgericht:
Inges Idee
(Matthias Lehmann erhält den zweiten Platz. Ein dritter Platz wurde nicht vergeben.)
Begründung der Jury:
Die Jury findet den Entwurf im positiven Sinne skurril. Sie lobt die Idee und die passende Gestaltung. Der Jury gefällt sehr gut, dass die Skulpturen keinen Sockel haben, sondern scheinbar in Bewegung auf das Bürgerhaus zugehen. Außerdem hebt die Jury hervor, dass der Entwurf etwas erzählt. Die Jury sieht außerdem ein ausgeprägtes Identitätspotential der Lerchenberger mit den zwei sympathischen Figuren.
Konzeptidee der Künstlergruppe:
Kling und Klonk
Die Skulpturengruppe Kling und Klonk zeigt zwei humorvoll-absurde Figuren, die über die Wiese auf das Bürgerhaus zugehen: einen mit Gummistiefeln versehenen Findling und eine laufende, monumentale Fahrradklingel, deren Hebel als Schuhe fungieren.
Das ungleiche Paar vereint Gegensätze wie klein und groß, jung und alt, ländlich und urban, rustikal und technisch. Diese Polaritäten spiegeln auf spielerische Weise die Vielfalt der Angebote, Funktionen und Nutzer des Bürgerhauses wider – vom Tanzsportzentrum bis zur Archäologie, von der Kita bis zum Karnevalsverein. Dabei sind die Skulpturen nicht als Illustration zu verstehen, sondern als autonome Akteure mit offenem Deutungsspielraum, die Raum für Fantasie, Identifikation und Humor lassen.
Der Titel Kling und Klonk verweist einerseits auf die akustische Qualität der Materialien – Metall und Stein –, andererseits auf das dialogische Prinzip des Duos. Gegensätze treten in Beziehung, kontrastieren und ergänzen sich – ähnlich wie klassische Bühnenpaare zum Beispiel Laurel und Hardy, deren Unterschiedlichkeit gerade zur Quelle gemeinsamer Komik und Menschlichkeit wird und Individualität erst im Miteinander sichtbar macht.
Mit ihrer Mischung aus Witz, Prägnanz und poetischer Absurdität haben Kling und Klonk das Potenzial, zu einem markanten Wahrzeichen des neuen Bürgerhauses zu werden – als Sinnbild für Vielfalt, Gemeinschaft und Offenheit und Inklusion, das zugleich die regionale Verankerung und den lebensfrohen Geist von Mainz spürbar macht.
Das Ministerium der Finanzen hat die Unterlagen zum Wettbewerbsverfahren nicht auf Rechtmäßigkeit und/oder Vollständigkeit überprüft und übernimmt daher keinesfalls eine Haftung.
156.000,00 € (brutto) inkl. Material und Honorar
Nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Bewerberverfahren
Katharina Pischedda
06131 122711
Mail: kunstambau(at)stadt.mainz.de