Entscheidung

Monsheim | Neubau Rheinhessenhalle

Nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Bewerberverfahren
Ausgelobte Summe: 60.000 € (brutto) inkl. Material und Honorar

Anlass und Ziel:
Neubau Rheinhessenhalle in Monsheim

Verfahren:
nichtoffener Wettbewerb mit offenem, vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren

Eingeladene Künstlerinnen und Künstler:
Schöneich Martin
Levent Kunt
Kochs Regina
Künstlerduo Blackfield
Goldberg Thorsten

Wettbewerbsaufgabe (Auszug):
Aus Sicht des Auslobers soll der Schwerpunkt der Wettbewerbsaufgabe auf dem Thema „Rheinhessen” liegen. Die „Rheinhessenhalle“ wird aufgrund ihrer Lage, Größe und Funktionalität in Verbindung mit der Namensgebung zukünftig im gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Leben der Region Rheinhessen eine zentrale Rolle spielen und eine starke mediale Präsenz erfahren. Daher ist auch ein deutlicher Bezug der an prominenter Stelle platzierten „Kunst am Bau“ zu diesem Thema im Rahmen eines klaren und eingängigen Gesamtkonzepts anzustreben.
Mittels künstlerisch gestalteter Elemente innerhalb der zur Verfügung stehenden Geländeflächen soll die Aufmerksamkeit des Besuchers auf die Eingangssituation bzw. deren Umgebung innerhalb der im Lageplan freigegebenen Bereiche gelenkt und damit die architektonisch vorformulierte Leitidee (Rheinhessen) umgesetzt bzw. vervollständigt werden. Dabei ist es dem Verfasser / der Verfasserin freigestellt, mit einem einzigen Element oder mit mehreren Elementen zu arbeiten.

Entscheidung Preisgericht:
Für das Wettbewerbsverfahren wurden 5 Arbeiten fristgerecht eingereicht und zum Preisgericht zugelassen.
Das Preisgericht kam am 17.01.2022 in Monsheim zusammen. 
In mehreren Wertungsrunden und eingehender Diskussion empfiehlt mehrheitlich das Preisgericht dem Auslober den Entwurf Kennzahl: 262319 zur Realisierung.

1.Preis:
Kennzahl: 2623319
Künstler: Regina Kochs
Titel: „Rheinlauf“

Begründung der Jury:
Die Bezugnahme zu Rheinhessen ist gegeben. Die Größe zum Gebäude steht in einem annehmbaren Verhältnis. Die graphische Qualität bricht die streng gegliederte Architektur auf. Hinzu kommt die Farbe der Skulptur, die mit dem Gebäude korrespondiert, und sich verändert durch künstliches wie auch natürliches Licht.
Die Durchführbarkeit in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht ist nachvollziehbar. 
Ästhetik:
Durch das Tageslicht entstehet im Verlauf der Schatten eine Schattenzeichnung und ein täglich sich wandelnder Bewegungsradius. Der so durch Licht und Schatten entworfene Raum erzeugt eine Vermittlung zum Gebäude.
Diese Vermittlung wird außerdem vor allem durch den Richtungsverweis der Skulptur zum Portal des Gebäudes hin, hervorgerufen. 
Durch die implizit gedachte Verbindung aus allen Richtungen unter der Erde, die in die Senkrechte mündet, ähnlich einer Fontäne greift diese Linie in die umgebende Natur ein.

Konzeptidee von Regina Kochs:
Die neue Halle bietet Angebote und Veranstaltungen für Monsheim und die gesamte Region Rheinhessen. Die Idee ist es, mit einer schlichten, klaren Form eine einladende Geste, eine adressbildende Möglichkeit zur Identifikation und einen eindeutigen Bezug zur Region zu erfassen. Der „Rheinlauf“ stellt den rheinhessischen Flussteil des Rheins dar und impliziert ein Bild von der gesamten rheinhessischen Landschaft.

Umsetzung der Idee:    
Form: Der Teilabschnitt des Rheins umschließt die Region, zeichnet mit seinem Verlauf eine markante Liniengestalt und schafft den Bezug zum Namen der Halle. Die nur scheinbar freie Form ist für die Kundigen klar erkennbar, bei Fremden kann sie Neugierde hervorrufen. Die Form ist auffallend und durch ihre Neigung auch filigran, sie schafft bei großer Dimension einen Eindruck von Leichtigkeit.

Bezug zur Architektur: Die bewegte Linienführung stellt eine kontrastreiche Ergänzung zur klar strukturierten und von überwiegend senkrechten Linien geprägten Fassade dar. Zum Eingang geneigt, entsteht eine einladende Geste, ein Fingerzeig und eine Betonung des Haupteingangs.

Bezug zur Freiraumgestaltung: Am zentralen Vorplatz platziert, wird der „Rheinlauf“ von allen Wegen aus zum leitenden Blickfang. Die Skulptur ist ausgerichtet auf die Freiraumplanung: Sowohl der Haupterschließungsweg mit dem Spalier von Fahnen und Leuchten, als auch der Weg von der neuen Dorfmitte und ebenso die Panoramatreppe entlang der Fassade laufen auf den „Rheinlauf“ zu, bzw. fließen unter ihm hindurch. Durch seine isolierte lineare Form scheint er neben der Mulde aus der Erde heraus zu strömen.

Farbigkeit: Vor der perlbeigen Fassaden, die je nach Sonneneinstrahlung und Jahreszeit verändert, auch golden anmutend erscheint, setzt sich die Skulptur mit einem signifikanten türkisblauen Farbton ab. Der Bezug zum Fließgewässer wird somit aufgegriffen und integriert sich in die Grüntöne der Landschaft.

Leuchtwirkung: Lichtbänder begleiten den Verlauf der Flusslinie mit indirekter Beleuchtung. Zusätzlich können senkrechte Bodenleuchten die Skulptur beleuchten. So wirkt die Kunst auch bei dunkler Jahreszeit und wird ausdrucksstark wahrgenommen. 

Die Skulptur „Rheinlauf“ bildet einen signifikanten Blickfang am Haupteingang, im Zentrum der Freiraumplanung. Die Kunst ergänzt so die Rheinhessenhalle mit einem verbildlichten Bezug zur Region. 
 

Das Ministerium der Finanzen hat die Unterlagen zum Wettbewerbsverfahren nicht auf Rechtsmäßigkeit und/oder Vollständigkeit überprüft und übernimmt daher keinesfalls eine Haftung.

 

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