Entscheidung

Wörth am Rhein | Neubau Abtswald-Kindertagesstätte

nichtoffener Wettbewerb mit offenem, vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Ausgelobte Summe: 40.000 € (brutto) inkl. Material und Honorar

Anlass und Ziel:
Die Stadt Wörth am Rhein, vertreten durch Herrn Bürgermeister Dr. Dennis Nitsche lobte einen Wettbewerb unter Künstlern aus, um Gestaltungsvorschläge für das Projekt 'Kunst am Bau' zum Neubau der Abtswald-Kindertagesstätte zu erhalten. Der Wettbewerb wurde durch das Facility-Management der Stadt betreut. 

Verfahren:
Der Wettbewerb wurde als beschränkter Wettbewerb mit offenem, vorgeschaltetem Bewerberverfahren ausgeschrieben. Aus den 22 Teilnahmeanträgen des Verhandlungsverfahrens (erste Stufe) wurden 5 Teilnehmer vom Auswahlgremium des Bewerberverfahrens ausgewählt und für das Wettbewerbsverfahren (zweite Stufe) eingeladen. Das Verfahren war in der zweiten Stufe anonym. 

Eingeladene Künstlerinnen und Künstler:
Anne Hein | R. Sauer, M. Meraner | Uta Weil | Burghard Müller-Dannhausen | E. Pfaffmann, S. Kindel 

Wettbewerbsaufgabe (Auszug):
Der Auftraggeber wünscht sich für den Neubau der 4-gruppigen Abtswald-Kindertagesstätte die künstlerische Gestaltung eines Bereichs der Fassade auf der der Straße zugewandten Nordseite des Gebäudes. Die Umsetzung der "Kunst am Bau" als Kunstwerk soll den nachhaltigen Charakter des Gebäudeprinzips und den Bezug zur Natur mit ortstypischer Flora und Fauna herstellen. Die Ausgestaltung sollte sich in die Umgebung integrieren, mit der Dimension des Gebäudes harmonieren, und das Thema nachhaltige klimafreundliche Kindertagesstätte aufgreifen.
Mit dem Kunstwerk auf der zu gestaltenden Fassadenwand soll eine Identität geschaffen werden, die für den Standort der Kindertagesstätte prägend ist. Die Fassadengestaltung ist als vorgehängtes Element mit Abstand zur Fassade zu installieren.

Entscheidung Preisgericht:
Für das Wettbewerbsverfahren wurden alle 5 Arbeiten fristgerecht eingereicht und zum Preisgericht zugelassen. Das Preisgericht tagte am 15.07.2021 in der Festhalle der Stadt Wörth am Rhein. 
Es fand eine konstruktive und sachgerechte Beurteilung aller Wettbewerbsbeiträge statt. Nach gemeinsamer Diskussion und anschließenden schriftlichen Beurteilungen mittels einer Bewertungsmatrix durch die Preisgerichtsmitglieder werden die vorliegenden Arbeiten wie folgt bewertet:

1.Preis:
Künstlername: Künstlerduo [ blackfield ] Raphaela Sauer, Michael Meraner, Trier
Titel: ‚Engel der Zukunft‘ oder Paul im Klee

Begründung der Jury:
Die Arbeit überzeugt durch eine kleinteilige, verspielte, unperfekte Formensprache, die die linienförmige Sprache des Künstlers Paul-Klee aufnimmt und damit einen Bezug zum Ort/Strasse aufgreift. Die künstlerische Arbeit stellt mit Darstellung einer kindgerechten Linienführung einen Bezug zur Kinderwelt dar. Die Kunst integriert sich in die Umgebung, setzt sich mit der Architektur der Kita auseinander, harmoniert mit dieser und macht Aussagen zur Natur und Nachhaltigkeit.

Konzeptidee vom Künstlerduo:
[ Paul im Klee - oder Engel der Zukunft ]

Paul Klees Engel der Geschichte und das wunderbare Gedicht von Walter Benjamin dienten als Ausgangspunkt für unsere Arbeit. Walter Benjamins düsteren Endzeitgedanken stellen wir einen kleinen frechen Engel entgegen, welcher hoffnungsfroh nach vorne durch eine Blumenwiese wandert. Die für die Kunst am Bau vorgegebene Fassade der Kita Abtswald bespielen wir mit einer großformatigen Metallinstallation. 
Gebogene Metallstäbe zeigen die kindliche Darstellung mit gekonnter Strichführung. 
Dieses geschwungene Metallobjekt wird mit Abstand auf die Fassade montiert, sodass sich - je nach Tageszeit und Sonneneinstrahlung - ein Schattenspiel bildet, welches Form und Größe ändert. Die Blütenblätter der Blumen werden mit farbigem Acrylglas ausgeführt und tanzen ebenfalls im Lauf der Sonne. Die abgebildeten Wiesenblumen finden sich in unmittelbarer Umgebung in der Natur als reales Vorbild wieder. Kornblume, Malve, Butterblume und Klee, eine Blume für jede Kindergruppe.
Paul Klee, welcher der Namensgeber der an dem Kitagebäude angrenzenden Straße ist, malte gut 80 Engeldarstellungen. Mensch, Himmelsbote, Teufelchen, es sind geflügelte Mischwesen fern jeder Perfektion. Mal traurig, mal lustig, mal hässlich mal schön - sie zeugen von Ängsten und Witz gleichermaßen. Es sind Vorboten einer komplizierten Zeit und kennen weder Gut noch Böse und relativieren somit sämtliche moralischen Wertvorstellungen. 

 

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