Entscheidung

Frankenthal | Kita Weidstrasse

Offener einstufiger Wettbewerb
Ausgelobte Summe: 40.000 € (brutto) inkl. Material und Honorar

Anlass und Ziel:
Im Namen der Stadt Frankenthal, diese vertreten durch Bürgermeister Bernd Knöppel und betreut durch den Bereich Gebäude und Grundstücke der Stadtverwaltung Frankenthal (Pfalz), Technische Abteilung, und Michaela Maria Möller (Beraterin), bat die Stadt Frankenthal um Abgabe von Entwürfen für eine künstlerische Gestaltung des KAB Projektes „KiTa Weidstrasse“, Weidstrasse Nr.52, 67227 Frankenthal.
Hierbei steht für die Realisierung der Gestaltung der Außenwand neben dem Eingangsbereich eine Summe von 40.000€ brutto zur Verfügung.


Verfahren:
Der Wettbewerb wird als offener einphasiger Wettbewerb in Rheinland-Pfalz ausgeschrieben. Alle professionell freischaffenden Künstler/innen, Kunsthandwerker/innen, sowie Künstlergemeinschaften, die als besondere Zulassungsvoraussetzung einen besonderen Bezug zu Rheinland-Pfalz aufweisen (z.B. Wohnsitz, Arbeitsmittelpunkt, Geburtsort).


Wettbewerbsaufgabe (Auszug):
Die Kita Weidstrasse der Stadt Frankenthal ist ein neu errichtetes einteiliges Gebäude mit einem großen Außen-Spielbereich.  Durch die Vorlagerung des Gebäudes und die Betretung des selbigen sowie der Position des Außenbereichs bietet das Gebäude gleichzeitig einen Schutz der Kinder zur Straße hin. Die Kita bietet 105 Plätze für Kinder im Alter von 1-5 Jahren und lässt auch im Außenbereich viele Möglichkeiten der Entfaltung zu. 
Der für die künstlerische Gestaltung vorgesehene Gebäudeteil befindet sich auf der Rückseite des Gebäudes, rechts vom Eingangsbereich. Die zur Verfügung stehende Wandfläche hat eine Größe von ca. 26,5 qm mit einer Höhe von ca. 7,5m und Breite von 3,5m. Mit der zu gestaltenden Fassadenwand, rechts des Eingangsbereiches, soll ein Signet geschaffen werden, um damit zur Identitätsstiftung und Aufwertung des Standorts beizutragen.
Thematisch, sowie auch in der künstlerischen Formensprache (auch dreidimensional), werden den Künstler/innen, Kunsthandwerker/innen weitgehende Freiheiten eingeräumt. Es wird erwartet, dass die künstlerische Arbeit eigens für diesen Ort und die beschriebene Aufgabe entwickelt wird.


Entscheidung Preisgericht: (Auszüge)
Das Preisgericht tagte am 21.01.2021 und wählte aus den 22 fristgerecht eingereichten und den entsprechend geforderten Unterlagen in der Auslobung eingereichten Wettbewerbsarbeiten aus.
Nach dem 3. Wahldurchgang prämierte das Preisgericht fünf Arbeiten:
1. Preis mit 1500 €, Nr. 260147 Burghard Müller Dannhausen
2. Preis mit 1000 €, Nr. 974579 Gabi Bruckmann
3. Preis mit 750€, Nr. 386217 Uta Weil
4.+ 5. Preis mit je 500€ Nr. 859296 Gernot Meyer Grönhof & Nr. 543407 Anne Hein


Begründung der Jury:
Der Siegerentwurf konnte durch die malerische Gestaltung in Kombination mit spielerischer Interaktivität überzeugen.
Die Jury empfiehlt der Stadt nachdrücklich die Umsetzung des Siegerentwurfs in Absprache mit dem Künstler.

Konzeptidee Preisträger (Auszug, soweit Zustimmungen vorliegen):


1. Preis     
Burghard Müller Dannhausen
Titel: Bilder zum Selbermachen

Die Kinder der Kita Weidstraße bekommen ein interaktives Angebot. Sie können selbst Bilder erzeugen. Das ist sehr leicht und geht sehr schnell. Sie brauchen nur eine Reihe von Drehstäben bewegen. Damit steuern sie fassadengroße Bilder, die ihre eigene Größe weit überragen. (…) Auf diese Weise können die Kinder einzeln oder gemeinsam unzählige farbenfrohe und die Phantasie anregende Bilder schaffen. Ebenso können sie vorgegebene Motive vervollständigen, indem sie auf die Übereinstimmung der Grundfarben achten. (…) Es besteht ein Wahrnehmungs-Angebot an die Kinder, das partizipatorisch ist. Es besteht zugleich ein Wahrnehmungs-Angebot an die Passanten, das von den Kindern ausgeht. Die Kinder machen hier die Kunst. 

2. Preis  
Gabi Bruckmann
Titel: FREUDE _in freier Form

Die von mir entwickelte graue, amorphe Grundform bildet mit seinen kreisrunden Flächen eine abstrakte Blume, die weithin sichtbar ist und die Ankommenden mit FREUDE begrüßt! 
Die Blume ist dynamisch, bewegt, im Inneren geöffnet und stellt den Ort „Kindergarten“ dar. Aus ihr heraus werden die runden Kreisflächen freigegeben und verteilen sich auf der Fassade, die die Kinder in ihrer Vielfalt darstellen. Die Gestaltung wird von 2 geschwungenen „Stielen“ eingebunden und bildet mit dem serifenlosen Schriftzug eine Signet-hafte Einheit

3. Preis  
Uta Weil
Titel: Weid-Wiese

Die Wandmalerei Weid-Wiese nimmt Bezug auf eine ursprüngliche Weide voller Wiesenblumen und lässt die Kita als lebendige Blumenwiese aus der Umgebung aufscheinen. Für alle, Kinder wie Besucher*innen und Passanten, ist diese Wiese oder zumindest einzelne Halme, weithin sichtbar. Gleichzeitig lädt die Weid-Wiese zum genaueren Hinsehen und Fragen ein: „Wo finde ich diese Blüte? Und: „Ist es diese hier, oder jene?“ usw.
Die Weid-Wiese ist ein lebendiges und am Naturerlebnis orientiertes Signet.

4. Preis
Gernot Meyer Grönhof
Titel:    Memory

Für meine künstlerische Gestaltung greife ich die Beliebtheit des Memory – Spieles ebenso auf, wie die am Gebäude vorhandene Farbgestaltung. Formal stellt die Quadratform der Memory-Karten den Bezug zu den fast quadratischen Läden her. Die Rückseiten der Memory-Karten haben die RAL-Farben der Läden. Einige aufgedeckte Memory-Karten zeigen bei Kindern beliebte Motive.

5. Preis
Anne Hein
Titel: Follow me

Ein kleines Mädchen inmitten von Schmetterlingen, die einer DNA ihrer Phantasie entspringen. (…) So sieht das kleine Mädchen die hoffnungsvollen, leuchtenden Schmetterlinge, lebt aber real in einer schwarz-weißen und isolierten Welt 
So finde ich steht es in der Kernaussage einfach in seiner riesigen Dimension für das Sichtbarmachen der Kindheit: „Gebt mir Gewicht, Aufmerksamkeit, Liebe, Fürsorge! Ich bin hier um ich zu sein, ich lebe in meiner Welt und die muss von euch Erwachsenen gesehen, geachtet und mit all Euren Kräften geschützt werden!“

Das Ministerium der Finanzen hat die Unterlagen zum Wettbewerbsverfahren nicht auf Rechtsmäßigkeit und/oder Vollständigkeit überprüft und übernimmt daher keinesfalls eine Haftung.

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