Entscheidung

Neuwied- Neubau der Kita im Stadtteil Niederbieber

nichtoffener Wettbewerb mit offenem, vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Ausgelobte Summe: 30.000,00 € (brutto) inkl. Material und Honorar

Anlass und Ziel:
Die GSG Neuwied mbH, vertreten durch Herr Stefan Herschbach, lobte einen Wettbewerb unter Künstlern aus, um Gestaltungsvorschläge für die Kindertagesstätte Niederbieber zu erhalten.

Verfahren:
Der Wettbewerb war als offener zweiphasiger Wettbewerb ausgeschrieben.

Eingeladene Künstlerinnen und Künstler:
Für die zweite Phase wurden eingeladen:
Maria Hill
Hans Otto Lohrengel
Nicole Peters

Wettbewerbsaufgabe (Auszug):
Der Auslober wünscht für die Neubaumaßnahme Kita Niederbieber eine eigenständige künstlerische Gestaltung in Form eines skulpturalen Objekts, das inhaltlich adäquaten Bezug zum historischen Standort und zum Gebäudezweck aufnimmt.
Es ist kein Kunstwerk in Form eines Brunnens oder von Wasserspielen gewünscht. Die Gestaltung soll die Thematik „Historischer römischer Standort/ Limes“ aufgreifen und widerspiegeln, den Ort künstlerisch hervorheben und sich in das räumliche Umfeld einfügen. Um das Objekt in den täglichen Umgang mit Kindern integrieren zu können, soll es für die Kindergartenkinder erlebbar sein, ihnen einen verständlichen Zugang zum historischen Hintergrund ermöglichen und neben seinem künstlerischen Wert auch einen funktionalen Zweck erfüllen.

Entscheidung Preisgericht:
Die Entscheidung fiel im dritten wertenden Durchgang des Preisgerichts.

Begründung der Jury:
Es handelt sich um ein ansprechendes künstlerisches Objekt mit hohem skulpturalen Anspruch.
Hiermit ist dem künstlerischen Aspekt entsprochen und mit der künstlerischen Umsetzung des Limes-Erdwalls der Bezug zur Historie hergestellt. Es ist eine vegetative Form, welche sich gut in die natürliche und gebaute Umgebung einfügt. Die Skulptur ist begehbar und bespielbar, entspricht damit den Forderungen der Kita. Die Materialwahl und Ausführung lässt Folgekosten nicht erwarten.

Konzeptidee vom Künstlerin Maria Hill:

„Limelle“

Der Titel „Limelle“ setzt sich aus den beiden Begriffen Limes und Welle zusammen. Ich stelle mir vor, wie die Archäologen unter einer Welle im Gelände an der Kita- Baustelle in Niederbieber ein Stück Limes zu finden hofften. Der Limes hat einen typischen Querschnitt. Dieser resultiert aus zwei Vertiefungen: eine kleinere Grube dient der Aufnahme der Palisaden und ein zweiter deutlich tieferer Graben dient der besseren Bekämpfung von Eindringlingen. Diese Verwerfung ist für das geübte Auge in der Landschaft als Wall sichtbar. Die Skulptur greift diese Verwerfung auf und verformt sie so, dass aus der steinernen Masse eine Art fliegender Teppich, die Limelle, wird. Die Limelle lädt zum Klettern, Rutschen, Liegen, Balancieren ein und kann den Kindern als Vehikel für ihre Reisen in fantastische Welten dienen. Sie kann ebenso zur Kulisse für allerhand Versteck- und Rollenspiele werden. Die älteren Kinder können mit Geschick auf den podestartigen oberen Abschluss klettern und haben von dort aus einen Überblick über das Gelände. Darunter sitzend wird der Abschluss zum Dach. An der aufragenden Seite ist die Limeslinie reliefartig waagerecht in den Stein gearbeitet. Dadurch entsteht ein gewellter Vorsprung, der beispielsweise als Kugelbahn oder mit Spielfiguren bespielt werden kann. Der Vorsprung dient aber auch als Kletterhilfe. Die Limelle kann ebenso eine Liege oder ein Landschaftsrelief mit Hügeln, Tälern und Bergen sein. Die Skulptur beeindruckt durch den starken Kontrast zwischen der enormen steinernen Masse einerseits und ihrer lebendigen und anmutigen Beweglichkeit andrerseits.
 

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