Entscheidung

Urmitz | Neubau einer Kindertagesstätte

nichtoffener Wettbewerb mit offenem, vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Ausgelobte Summe: 40.000,00 € (brutto) inkl. Material und Honorar

Anlass und Ziel:

Die Verbandsgemeinde Weißenthurm (Auslober) bat um Abgabe von Gestaltungsvorschlägen und Entwürfen für die künstlerische Ausgestaltung des Neubaus der Kindertagesstätte „Lehpfad“ in Urmitz.

Verfahren:

Beschränkter Wettbewerb mit offenem, vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren.

Eingeladene Künstlerinnen und Künstler:

Werner Bitzigeio + Lydia Oermann
Gabriele Bruckmann
Conhereos – Mirko Schwartz und Markus Quiring 
Petra Goldmann
Janus Hochgesand + Peter Schindler
Thomas Kohl
Birgit Schuh


Wettbewerbsaufgabe (Auszug):


Der Auslober wünscht sich für den Neubau der Kindertagesstätte in Urmitz die Umsetzung „Kunst und Bau“ als Kunstwerk im Gebäude. Es soll eine Raumgestaltung für einen ca. 9 m² großen Bereich (offene Nische vom Spielflur aus zugänglich) geschaffen werden. Hier soll ein Kunstwerk entstehen, welches erlebbar ist und sich in den spielerischen KiTa- Alltag einbeziehen lässt. Der Bereich ist zur Nutzung für Ruhephasen als auch für Aktionsphasen denkbar. Idealerweise ist das Kunstwerk nicht nur optisch, sondern auch haptisch erlebbar. (…)


Entscheidung Preisgericht:


Das Preisgericht tagte am 26.05.2020 und wählte aus den 7 fristgerecht eingereichten und den entsprechend geforderten Unterlagen in der Auslobung eingereichten Wettbewerbsarbeiten aus.
Nach dem 2. Wahldurchgang prämierte das Preisgericht die Arbeit „Räume-Räumchen“ von der Künstlergruppe Conhereos – Mirko Schwartz und Markus Quiring.


Begründung der Jury:


Der Entwurf verkleinert den schon sehr kleinen Raum und den Eingangsbereich noch einmal beträchtlich in der Höhe. Damit gehört er den Kindern. Erwachsene müssen sich schon beim Betreten etwas kleiner machen. Im Innern des Räumchens erlebt man dann aber durch eine Installation aus Spiegeln an der Decke und an den Seitenwänden eine optische Unendlichkeit. Die bunten Kissen auf dem Boden und die dazugehörige Lichtinstallation bieten den Kindern eine Möglichkeit, die Kunst aktiv zu erleben. Sie sehen sich selbst vielfach gespiegelt, auf dem Kopf stehend und durch das farbige Licht in völlig neuen Ansichten, die nie langweilig werden. Die Idee hat sehr viel Witz und Poesie. Besonders lobte die Jury die fast futuristische Anmutung dieses kleinen Raumes durch die Kunst.

Konzeptidee der Künstlergruppe Conhereos: (Auszug)


>>Räume-Räumchen<<   - Sinnliche Entspannung und forschende Wahrnehmung -


Ein wesentlicher Gedanke des künstlerischen Konzepts des Räume-Räumchens ist, dass die Kinder diesen Ort gleich  - bereits von Außen - und deutlich als ihren eigenen begreifen. Die Raumproportionen werden deshalb auf ihre Größenverhältnisse hin angepasst, Durchgangs- und Deckenhöhen heruntergesetzt.
Im Inneren werden den Kindern zugleich eine sinnliche Entspannung und forschende Wahrnehmung ermöglicht, die sie automatisch in ihren Bann ziehen. (…..)

Dazu werden gezielt Lichtatmosphären angeboten, die Wohlbefinden erzeugen und eine ruhige Atmosphäre schaffen.
Diese werden mit dem visuellen Effekt der multiplizierten Spiegelung kombiniert, der Räume im Raum entstehen lässt. Alle Wände des Raums sind verspiegelt, ein Teil der Decke in Form einer Rechteckkassette ebenfalls. Die hervortretende Kassette gliedert dabei optisch die Wandspiegelungen. Über die eingelassenen LED-Ränder dieser Kassette werden Restdecke und Raum in Licht getaucht. (….) 

Das selbstbestimmte Entdecken der variierenden Perspektiven fordert automatisch den intrinsischen, eigenen und gemeinsamen Forscherwillen – überall sind Ansichten des Gegenübers und der dreidimensionalen Welt möglich.
 

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