Entscheidung

Mainz | Kita Jakob-Laubach-Straße

Nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Bewerberverfahren
Ausgelobte Summe: 35.700 € (brutto) inkl. Material und Honorar

Anlass und Ziel:
Kita Jakob-Laubach-Straße, Mainz-Weisenau, Neubau

Verfahren:
Nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Bewerbungsverfahren

Eingeladene Künstlerinnen und Künstler:
Elke Pfaffmann
Uta Weil
Burghard Müller-Dannhausen

Wettbewerbsaufgabe (Auszug):
Die für die Kunst am Bau vorgesehene Fläche befindet sich auf der Fassade an der süd-östlichen Ecke des Kita-Gebäudes. Die Fassade ist mit Holzlatten versehen. Möglich ist eine malerische oder eine flachplastische Bearbeitung der Fläche, entweder auf nur einer oder auch auf beiden Seiten der Fassade über Eck.
Im Falle einer plastischen Bearbeitung oder eines Entwurfs, der eine Applikation vor den Holzlatten vorsieht, ist zu beachten, dass eine entsprechende Unterkonstruktion mitkonzipiert werden muss, die ausschließlich an den Holzpfosten des Laubengangs zu befestigen ist. Ein entsprechendes statisches Gutachten muss durch die bzw. den Künstler:in beauftragt werden. Ebenfalls ist die cyclam-farbene Plattenverkleidung an den Außenwänden der Kita zu bedenken. 

Entscheidung Preisgericht:
Burghard Müller-Dannhausen

Begründung der Jury:
Die Jury hebt positiv hervor, dass durch das bloße Andeuten eines Motives im Entwurf die Freiheit des Sehens der Kita-Kinder gefördert wird. Zudem verbinde sich der Entwurf sehr gut mit dem Gebäude. Er zeichnet den Horizont hinter der Kita nach, greift das Cyclam der inneren Fassade auf und sein Grün mündet in die Begrünung des Außengeländes.
Das Konzept setze der dominant kubischen Architektur etwas Fließendes gegenüber, was der stilistisch fein gelöste Farbverlauf untermauert und nochmals dafür sorgt, dass Kunst und Architektur miteinander verschmelzen.
Außerdem lobt die Jury die gute Visualisierung des Entwurfs und die sehr dezidierte Entscheidungskraft des Künstlers.

Konzeptidee vom Künstler:
Die Kindertagestätte Jakob-Laubach-Straße in Mainz hat ein Thema besetzt, um die Phantasie der Kinder anzuregen. Das Thema ist der Dschungel. 
Der Dschungel ist für die Kinder kein Gegenstand täglicher Erfahrung, sondern ein geheimnisvolles Reich in der Vorstellung, ein Traumland, eine Vision. Als solche wird das Thema in die Kunst am Bau eingebracht, als visionäre Erscheinung, als eine Fata Morgana.
Die visuelle Erscheinung des Kita-Gebäudes wird bestimmt durch eine Verkleidung aus senkrecht angeordneten grauen Latten. Diese Rasterstruktur verdichtet sich an der Ecke des Gebäudes zur Dschungel-Vision. Hier wechseln die Latten allmählich und stetig zunehmend ihre Farbe. Aus dem omnipräsenten Grau wird ein grüner Dschungel vor rotem Himmel.
Der Dschungel wird nicht illustriert, sondern nur zart angedeutet. Alles bleibt offen für die Phantasie. Das heißt, es wird kein Bild des Dschungels geliefert, sondern nur eine atmosphärische Anmutung, in der sich jedes Kind seinen eigenen Dschungel vorstellen kann. Die Kunst nimmt diesen eigenen Dschungel nicht vorweg, sondern dient nur als Sprungbrett in die Phantasie.
Die Kinder selbst können den Dschungel mit Leben füllen. Sie können Bilder malen und zeichnen von Dschungel-Tieren und Dschungel-Abenteuern und diese Bilder an der Innenseite der Latten-Fassade aufhängen. Sie können damit ihre eigenen Beiträge in den Dschungel einbringen. Dafür tragen die Latten an allen vier Seiten die Farben der Dschungel- Vision, folglich auch auf der Innenseite.
Der Dschungel, der an der Ecke des Gebäudes aufleuchtet, macht den ganzen Bau zum Träger der Dschungel-Vision. Denn die Erscheinung wächst aus der Lattenstruktur, die das Gebäude umgibt. Dadurch ist das ganze Gebäude funktional an der Vision beteiligt. Zudem bildet die cyclam-farbene Plattenverkleidung des Gebäudes eine Antwort auf den Himmel über dem Dschungel. So stützt die gesamte Kindertagesstätte die Dschungel-Vision.

Das Ministerium der Finanzen hat die Unterlagen zum Wettbewerbsverfahren nicht auf Rechtsmäßigkeit und/oder Vollständigkeit überprüft und übernimmt daher keinesfalls eine Haftung.

 

Zurück zur Liste