Entscheidung

Herxheim | Pamina-Schulzentrum

Beschränkter Wettbewerb mit offenem, vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Ausgelobte Summe: 23.500,00 € (brutto) inkl. Material und Honorar

Anlass und Ziel:
In Herxheim ist ein neuer gymnasialer Erweiterungsbau entstanden.
Im Nachgang wird auf einer Freifläche eine künstlerische Ausgestaltung vorgesehen. Hierzu wurde ein Wettbewerb mit dem Ziel eines überzeugenden künstlerischen Entwurfs für den ausgewählten Standort durchgeführt.

Verfahren:
Das Verfahren wurde als beschränkter Wettbewerb mit offenem Bewerberfahren ausgelobt.
Im Rahmen eines Auswahlgremiums wurden am 01.10.2019 aus 9 Bewerbungen vier Künstlerinnen und Künstler zur Teilnahme an dem Wettbewerb ausgewählt und eingeladen.
Für die Realisierung des Kunstwerkes stehen 23.500,00 € (brutto) inkl. Material und Honorar zur Verfügung.
Für den beschränkten Wettbewerb wurden vier Entwürfe fristgerecht eingereicht und zum Preisgericht am 10.12.2019 zugelassen.
Auslober dieses Wettbewerbes war im Namen des Landkreises Südliche Weinstraße die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße mit Sitz in Landau.

Eingeladene Künstlerinnen und Künstler:
ARGE Lehr / Wegmann, Bad Bergzabern
Frank Frede, Karlsruhe
Elke Pfaffmann, Offenbach a. d. Queich
Martin Schöneich, Vorderweidenthal

Wettbewerbsaufgabe (Auszug):
Das für die Kunst am Bau vorgesehene Freigelände befindet sich auf der Ostseite des Schulgeländes.
In nordwestlicher Richtung befinden sich Schulgebäude, am nördlichen Ende der Durchgang zur Straße sowie eine Trafostation. Der Durchgang vom Schulhof zur östlichen Grünfläche (mit projektierter Freifläche für Kunst am Bau) erfolgt durch ein Portal, gebildet von einem Verbindungsgang zwischen zwei Gebäudekomplexen. Alle anderen Seiten zeigen überwiegend Bewuchs, zum Teil unterbrochen von Gartenhäusern (östlicher Rand).
Die ausgewählte Fläche beherbergt zwei mit Bäumen besiedelte Areale. Diese sind bei der Projektierung zu berücksichtigen und dürfen nicht entfernt werden! Die Fläche selbst zeigt Geländeprofilierungen.
Bei der Ausarbeitung sind zu berücksichtigen: - Die Bodenverhältnisse; es liegend bindige bis stark bindige Bodenverhältnisse vor - Je nach Entwurf ist vor Baubeginn eine Planauszukunft zur Klärung von Leitungstrassen einzuholen - Angrenzende Feuerwehrzufahrt sowie Aufstellflächen (im Süden) Aufgabenstellung.
Der künstlerische Beitrag soll den Schülerinnen und Schülern einen „Erlebnisraum“ schaffen, der sich weniger additiv zum Schulgelände verhält als sich vielmehr in das Schulgelände integriert bzw. dieses formt. Die Definition bzw. Gestaltung eines erlebbaren Raums versteht sich unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, möglicherweise der Biodiversität, passend zur nachhaltigen Ausrichtung der Schule. Die Implementierung einzelner Werke oder mehrerer korrespondierender Kunstobjekte obliegt den Künstlern. Sowohl raumbildende als auch in der Fläche wirkende Arbeiten sind möglich.
Ziel des Wettbewerbs ist es, künstlerische Interventionen zu entwickeln, die sich mit der Bestandsarchitektur, dem Außenraum und/oder den inhaltlichen Bezügen mit Bildung und Lernen oder der inhaltlichen Schulausrichtung auseinandersetzen sowie die Aufenthaltsqualität auf dem Schulgelände (Ganztagsschule) erhöhen.
Es wird erwartet, dass die künstlerische Arbeit eigens für diesen Ort und die beschriebene Aufgabe entwickelt wird.
Folge- oder dauerhafte Pflegekosten sollen vermieden werden. Bei der Auswahl des Materials ist die ganz- und mehrjährige Wetter- und Witterungsbeständigkeit gegen Umweltbelastung Voraussetzung. Die zur Verwendung kommenden Materialien müssen so verarbeitet werden, dass keine Verletzungsgefahr auftreten kann.
Der Auftraggeber erwartet einen eigens für die Aufgabenstellung angefertigten Entwurf.
Es ist nur ein Vorschlag pro Teilnehmer (Arbeitsgemeinschaften gelten als ein Teilnehmer) einzureichen.

Entscheidung Preisgericht:

Siegerentwurf ´Streuobstwiese´ Martin Schöneich

Begründung der Jury:
Der Siegerentwurf entspricht den Auswahlkriterien. Eine potentielle Unfallgefahr ist nicht erkennbar. Die Skulpturen sind witzig, locker, bespielbar, benutzbar. Mit ihrer Farbgestaltung erzielen die Formen eine Signalwirkung, die sich im Laufe der Jahreszeiten ändern wird.
Der Siegerentwurf überzeugt durch Einfachheit, die jedoch keine feste Interpretation bedingt.

Konzeptidee vom Künstler Martin Schöneich:
,,Streuobstwiese" ist ein Feld, voll mit heruntergefallenen Früchten, reif zum Ernten.
Das Schulleben verhält sich ähnlich. Eine Schulreife erwerben und erst einmal auf den Boden der Realität ankommen, von da aus wird eingesammelt und weiterverwertet.
Die Streuobstwiesen sind mehr als nur Felder mit Bäumen und grünem Gras. Sie sind Biotope mit unzähligen Tieren, Bakterien usw.. Dinge, die es ermöglichen, dass Früchte erst entstehen. Die roten Fruchtobjekte werden die ganze Anlage bespielen. In unterschiedlichen Richtungen und Höhen werden sie gesetzt, haben dadurch einen spielerisch, zufälligen Habitus. Der Garten wird zum Blickfang der gesamten Umgebung. Die Frucht als solche kann in Besitz genommen werden. Eine an der Oberseite eingewölbte Form wird das Besetzen ermöglichen. Die rote Farbe wirkt als Signal. Die Körper werden dadurch schon von der Ferne wahrgenommen (Fernwirkung).
Die Objekte werden in unterschiedlichen Richtungen positioniert. Das macht die Spannung aus. Sowohl in der Höhe, als auch in der Position wirken sie wie zufällig hingeworfen . Das Objekt wird mittels Stahlform in Beton gegossen.
Die Oberfläche wird so verdichtet, dass nur wenige, besser gar keine Luftblasen entstehen. Danach wird der Körper grundiert und letztendlich Feuerrot - RAL 3000 lackiert. Es werden davon 20 Objekte hergestellt. Der Durchmesser beträgt 80 cm, die Höhe 50 cm. Alle Objekte werden in ein Splittbett gelegt.

 

 

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