Entscheidung

Maikammer | Gebrüder Ullrich Realschule plus

nichtoffener Wettbewerb mit offenem, vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Ausgelobte Summe: 50.200,00 € (brutto) inkl. Material und Honorar

Anlass und Ziel:
Die Gebrüder Ullrich Realschule plus Maikammer-Hambach ist im Jahr 2012 fertiggestellt worden. 
Im Nachgang wird für dieses Bauwerk eine künstlerische Ausgestaltung vorgesehen. 
Hierzu wurde ein Wettbewerb mit dem Ziel eines überzeugenden künstlerischen Entwurfs für den ausgewählten Standort durchgeführt.

Verfahren:
Das Verfahren wurde als beschränkter Wettbewerb mit offenem Bewerberfahren ausgelobt. Im Rahmen eines Auswahlgremiums wurden am 26.10.2020 aus 37 Bewerbungen fünf Künstlerinnen und Künstler zur Teilnahme an dem Wettbewerb ausgewählt und eingeladen. 
Für die Realisierung des Kunstwerkes stehen 50.200,00 € (brutto) inkl. Material und Honorar zur Verfügung.
Für den beschränkten Wettbewerb wurden fünf Entwürfe fristgerecht eingereicht und zum Preisgericht am 11.03.2021 zugelassen.
Auslober dieses Wettbewerbes war im Namen des Landkreises Südliche Weinstraße die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße mit Sitz in Landau.


Eingeladene Künstlerinnen und Künstler (aufgefordert zur Entwurfsabgabe):
Andrea Böning
Künstlergruppe Anna Borgman und Candy Lenk
Künstlergruppe Mirko Schwartz und Markus Quiring
LTS GmbH
Herr Burghard Müller-Dannhausen


Wettbewerbsaufgabe (Auszug):
Die Gebrüder Ullrich Realschule plus verfolgt die Idee des integrativen Systems. Das bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit den Klassenverbund nicht wechseln, und somit nicht nach Abschlüssen getrennt unterrichtet werden. 
Die Schule sieht sich in der Verpflichtung, ihre Schülerinnen und Schüler für die Berufswelt fundiert und praxisnah vorzubereiten. Dabei dürfen – in Anlehnung an die Namensgeber und deren Erfindung – innovative Eigenschaften nicht zu kurz kommen. Insofern begreift sie sich als im steten Wandel mit Blick auf Erneuerungen und Zukunft stehend. 
Diese Ausrichtung soll sich auch in dem künstlerischen Beitrag wiederfinden.
Die Ausgestaltung soll den Schülerinnen und Schülern einen „Erlebnisraum“ schaffen, der sich weniger additiv zum Schulgelände verhält als sich vielmehr in das Schulgelände integriert bzw. dieses formt. Die Definition bzw. Gestaltung eines erlebbaren Raums versteht sich unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Mit der Auswahl der drei Freiflächen bietet sich dem Künstler/der Künstlerin die Möglichkeit, das Schulgebäude prominent mit der Kunst zu verbinden und so einen Verlauf, gerade in Verbindung mit den natürlichen Gegebenheiten wie Himmelsrichtungen und/oder Bachlauf zu kreieren.
Sowohl raumbildende als auch in der Fläche wirkende Arbeiten sind möglich.
Ziel des Wettbewerbs ist es, die Aufenthaltsqualität auf dem Schulgelände erhöhen und die Kreativität anzuregen. 

Entscheidung Preisgericht:
Siegerentwurf ‚basketballbaum‘ 
von Andrea Böning

Begründung der Jury:
Die Arbeit hat eine hohe, emotionale, identitätssteigerte Qualität.
Die Jury lobte insbesondere die ästhetische, positive Aura des Basketballbaums. Sie lädt im Pausenhof zu Entspannung, Sport und Bewegung ein.
Die sprechblasenförmigen Elemente motivieren zu Kommunikation.
Die Skulptur mit ihrem lebhaften Farbspiel und Leichtigkeit der Formen wird als positives, gemeinschaftsstiftendes Element wahrgenommen.

Konzeptidee von der Künstlerin Andrea Böning:
basketballbaum

Die Skulptur, ein konischer Stamm mit sprechblasen-förmigen Elementen, ist zugleich Sinnbild und Einladung für Kommunikation, Spiel und Bewegung. Verortet auf einer ovalen Schulhoffläche kennzeichnet sie diesen Ort als Treffpunkt für Schülerinnen und Schüler. 
Die Formen der Körbe sind Comics, Graphic Novels, als auch grafischen Oberflächen in Sozialen Medien entnommen. Es sind Sprechblasen und Denkblasen, mit denen laut gesungen oder leise geflüstert wird, mit denen entsetzt gerufen oder geduldig erzählt wird. Sie sind global verständlich und visualisieren die Emotionen im Geäußerten. 
Basketball. Bereits die mesoamerikanischen Völker wie die Azteken oder Inkas kultivierten einen Wettbewerb, bei dem es galt, einen Kautschukball in senkrecht angebrachte steinerne Ringe zu werfen. Das in Kanada Ende des 19. Jhd. entwickelte Basketballspiel ist ein Mannschaftssport mit geringem Verletzungsrisiko und gleichzeitiger hoher Bewegungsintensität. Anders als bei Ballspielen mit Toren auf gleicher Ebene mit den Spielenden wurde mit aufgehängten Körben die Handlungsebene über die Köpfe und damit außerhalb des Bereichs mit körperlich betonten Konfrontationen versetzt. Im Laufe der Zeit hat sich Basketball von einem Spiel mit wenigen Regeln zu einer Sportart auf mit detailliertem Regelwerk entwickelt.  
Die Skulptur nimmt das Basketballspiel auf und verändert es zu einem Spiel ohne feste Regeln. Sie lädt dazu ein, aus der Spielsituation heraus zu erfinden, aufzulösen und wieder neu zu verhandeln. Der Basketballbaum ist ein ausgleichendes Angebot zu den kognitiven Schwerpunkten im Schulunterricht. Gerade in der jetzigen Covid-19 Pandemie, die den sozialen Austausch sehr einschränkt, ist dies besonders für die geistige und physische Entwicklung der Heranwachsenden wichtig.
Die Skulptur ermöglicht eine Identifikation mit der Gebrüder Ullrich Realschule. Hier werden Schülerinnen und Schüler auf ein Berufsleben vorbereitet, in dem die Fähigkeit zur Kommunikation von großer Bedeutung sein wird.

Quelle: Andrea Böning

 

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