Entscheidung | Kunst am Bau Wettbewerb

Neubau der Polizeidienststelle Landau, Paul- von- Denisstraße, 76829 Landau

Mit der Bestimmung des Preisträgers ist das Kunst am Bau Wettbewerbsverfahren für die Polizeidienststelle Landau erfolgreich abgeschlossen worden.

Anlass und Ziel:

Mit einem Neubau in verkehrsgünstiger Lage vereint die Polizei Landau drei bisher über die Stadt verteilte Dienststellen unter einem Dach.

Verfahren:

Nichtoffener, anonymer Kunst-am-Bau-Wettbewerb gemäß Richtlinie für die Durchführung von Bauaufgaben des Landes Rheinland-Pfalz (RLBau, K 7) und in Anlehnung an die Richtlinien für die Durchführung von Planungswettbewerben RPW (2013).

Eingeladene Künstlerinnen und Künstler:

Künstlergruppe Axel Anklam und Thomas Henninger
Fritz Baltaus
Dieter Balzer
Künstlergruppe Conhereos
Mario Hergueta
Barbara Wille

Wettbewerbsaufgabe (Auszug):

Die Situation:
Der Neubau für die Polizei in Landau liegt in etwa 180m Entfernung zur östlichen Stadteingangskreuzung und stellt sich von hier aus gut einsehbar als eine schlichte Blockarchitektur dar. Von der Stadteingangskreuzung leicht abfallend führt die Paul- von- Denis- Straße direkt auf die Eingangsecke und knickt dann leicht ab. Entlang dieser Wegführung erhält der Eingangsbereich des Gebäudes eine besondere Prominenz. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass ein im Erdgeschoss vorgenommener Eckeinzug den darüber gelagerten doppelstöckigen Bürotrakt mit einer größeren Leichtigkeit, vielleicht sogar schwebend erscheinen lässt. (…)

Die Aufgabe:
Das Selbstverständnis der Polizei ist von Transparenz und Offenheit geprägt. Die Funktion und Wirkung eines Zauns ist, dem entgegengesetzt, auf Abschirmung angelegt. Es geht nun darum, die trennende Wirkung des Zauns mit künstlerischen Mitteln zu überspielen, zu durchbrechen, ggf. aber auch dialektisch zu akzentuieren und zu reflektieren, ohne dabei allerdings die notwendige Sicherungsfunktion zu unterlaufen. Dabei kann die gesamte straßenparallele Vorzone unter Einbeziehung des zurückgesetzten Eingangsbereichs, der EG-Fassade wie des 3m breiten Wiesenstreifens als Teil dieser Bühne hinter dem Zaun zum Gegenstand und Aktionsfeld der künstlerischen Inszenierung werden. Ein zurückhaltendes Zitat im darüber liegenden Fassadenbereich ist nicht ausgeschlossen. (…)

Entscheidung Preisgericht:

Für den beschränkten Kunst am Bau Wettbewerb wurden insgesamt 6 Arbeiten fristgerecht eingereicht und zum Preisgericht zugelassen.
Das Preisgericht hat am 30.10.2018 den ersten Preis an die Arbeit »Meadow« der Künstler Axel Anklam und Thomas Henninger vergeben und empfiehlt sie mit der Realisierung zu beauftragen.

Begründung Jury: 
Die Arbeit „Meadow" interpretiert das Thema „Zaun" auf völlig neue Weise als Gräserreihe, die in der Visualisierung eine sommerlich-heitere Anmutung entfaltet. Damit wird das schlichte Bürogebäude mit seiner funktionalen Geometrie um eine besondere ästhetische Dimension erweitert. Die „Gräser" formen eine bewegt wirkende, in Ockertönen schimmernde durchlässige Schicht. Diese ist nicht mehr in erster Linie als Abgrenzung wahrnehmbar. Funktion und Motiv des Zauns werden so mit künstlerischen Mitteln als gezielte gestalterische Maßnahme „umcodiert".
Die Arbeit wirkt im Wort- und übertragenen Sinn „zugänglich" - und verfügt über einen hohen Wiedererkennungswert, der ein starkes Zeichen setzt. Dimension und Farbigkeit der künstlerischen Lösung erzeugen eine gute Fernwirkung und leisten einen wertvollen Beitrag zur positiven Identifikation mit dem Ort, die sich auf die Wahrnehmung der Polizeibehörde insgesamt übertragen wird.
Die Jury empfiehlt den Entwurf zur Ausführung unter der Voraussetzung, dass die visualisierte Darstellung in der praktischen Umsetzung erhalten werden kann.

Begründung Jury:

Die Arbeit „Meadow" interpretiert das Thema „Zaun" auf völlig neue Weise als Gräserreihe, die in der Visualisierung eine sommerlich-heitere Anmutung entfaltet. Damit wird das schlichte Bürogebäude mit seiner funktionalen Geometrie um eine besondere ästhetische Dimension erweitert. Die „Gräser" formen eine bewegt wirkende, in Ockertönen schimmernde durchlässige Schicht. Diese ist nicht mehr in erster Linie als Abgrenzung wahrnehmbar. Funktion und Motiv des Zauns werden so mit künstlerischen Mitteln als gezielte gestalterische Maßnahme „umcodiert".
Die Arbeit wirkt im Wort- und übertragenen Sinn „zugänglich" - und verfügt über einen hohen Wiedererkennungswert, der ein starkes Zeichen setzt. Dimension und Farbigkeit der künstlerischen Lösung erzeugen eine gute Fernwirkung und leisten einen wertvollen Beitrag zur positiven Identifikation mit dem Ort, die sich auf die Wahrnehmung der Polizeibehörde insgesamt übertragen wird.
Die Jury empfiehlt den Entwurf zur Ausführung unter der Voraussetzung, dass die visualisierte Darstellung in der praktischen Umsetzung erhalten werden kann

Konzeptidee Künstlergruppe Axel Anklam & Thomas Henninger (Auszug)::

Meadow
englisch: Wiese, Weide, Gras

Die künstlerische Arbeit „Meadow" für den Neubau der Polizeidienststelle Landau konzentriert sich gestalterisch ganz auf das Thema des Grashalms als ein Naturelements von reiner abstrakter Form. Eine dichte Anordnung aus gold-bräunlichen, überdimensionalen Halmen schirmt den Neubau zur Paul-von-Denis-Straße ab und begrenzt ihn damit von der Außenwelt. Die einzelnen Halme sind organisch und locker gesetzt, sie lassen Licht und Wind einfallen, schützen aber vor allen weiteren äußeren Einflüssen.

Der Grashalm repräsentiert in seiner Erscheinung wie In seiner Symbolik ein archetypisches Bild von Natur bzw. Garten Kultur - ein überall bekanntes und geschätztes Motiv, welches sich gemäß demokratischer Strukturen aus der Summe einzelner Elemente, den Halmen, zu einem Ganzen, einer Wiese, formt. (…)

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